Glossar

 
 
 

Wir erklären Begriffe aus unserer tagtäglichen Arbeit.

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  • Hochfester Stahl
    (eigentlich hochfester Baustahl) Bezeichnet alle Baustähle, die bei Raumtemperatur eine Mindest-Streckgrenze von 355 N/mm² haben. Ihr sehr geringer Kohlenstoffgehalt gewährleistet gute Schweißbarkeit. Sie sind im Lieferzustand normalgeglüht, thermomechanisch gewalzt oder vergütet verfügbar. Charakteristisch ist ein feinkörniges Gefüge mit Ferritkorngrößen < 6. Sie finden ihren Einsatz in vielen Bereichen, z.B. Bauwesen, Schiffbau, Stahlbau, Brückenbau, etc. Hochfeste niedriglegierte Stähle sind auch unter dem Kürzel HSLA bekannt geworden. UHS (ultra high strength – höchstfeste) Stähle kombinieren Eigenschaften wie hohe Zugfestigkeit mit hohen Streckgrenzwerten von mindestens 1.200 N/mm².

  • Höherfeste Stähle
    Ist ein nicht exaktes Kurzwort (nicht genormt), mit dem bisher vor allem höherfeste schweißgeeignete Feinkornbaustähle beschrieben sind. Die Entwicklung begann vor einigen Jahrzehnten mit der Sorte St 52-3, bei der man einen Stahl mit nur max. 0,22% C erzeugte, der gut schweißbar war und trotzdem eine Zugfestigkeit von 520 bis 620 N/mm² sowie eine Streckgrenze von 350 N/mm² brachte. Diese Werte wurden durch leicht erhöhte Mn- und Si-Gehalte und Desoxidation mit mind. 0,22% Al erreicht. Das bedeutete feinkörnige Erstarrung und damit hohe Zähigkeit. Gleichwertige Zusätze von Ti, Nb und V führen zu gleichen Ergebnissen.
    Die konsequente Weiterentwicklung sind die Schweißgeeigneten Feinkornbaustähle, die in warmgewalzter Version in DIN EN 10113 genormt sind und eine Streckgrenze bis mind. 460 N/mm² reicht. Sie werden in normalgeglühtem oder gleichwertigem Zustand (normalisierend gewalzt, kontrolliert abgekühlt) geliefert. Bei beschleunigter Abkühlung aus der Verformungswärme wirken auch sogenannte Carbonitride aushärtend.
    Kaltgewalzte Erzeugnisse sind noch nicht genormt. Hierzu liegt das Stahl-Eisen-Werkstoffblatt SEW 093 – Kaltgewalztes Band und Blech mit höherer Streckgrenze zum Kaltumformen aus mikrolegierten Stählen – mit den Sorten ZStE260 bis 420 vor, ferner SEW 094 – Kaltgewalztes Band und Blech mit höherer Streckgrenze zum Kaltumformen aus phosphorlegierten Stählen sowie aus Stählen mit zusätzlicher Verfestigung nach Wärmeinwirkung (Bake-hardening) – mit den Sorten ZStE220P bis 300P sowie ZSt180BH bis 300BH vor.
    Siehe auch: Mikrolegierter Stahl, Phosphorlegierter Stahl, Bakehardening-Stahl.

  • IF-Stahl
    (Kurzform für Interstitial Free) Meint Stahl ohne interstitiell gelöste Legierungsanteile. C- und N-Atome sind in diesen Stählen durch Ti oder Nb abgebunden, die hierzu in überstöchiometrischen Mengen vorliegen müssen. Auf diese Weise erhalten IF-Stahlsorten ein ferritisches Gefüge ohne Perlit oder Zermentit. Das garantiert eine gute Kaltumformbarkeit (niedrige Streckgrenze), insbesondere gute Tiefzieheignung. Da interstitielle Atome fehlen, sind diese Sorten frei von Alterung. Die andere Bezeichnung für diese Stahlsorten: mikrolegierte Sondertiefziehstähle.

  • ISO
    Abkürzung für International Organisation for Standardisation, eine Institution, welche die Normungen international koordiniert. Der Zweck der ISO ist die Förderung der Normung in der Welt, um den Austausch von Gütern und Dienstleistungen zu unterstützen und die gegenseitige Zusammenarbeit in verschiedenen technischen Bereichen zu entwickeln. Die ISO erarbeitet ISO-Normen (ISO-Standards), die von den Mitgliedsländern unverändert übernommen werden sollen, z.B. in der BRD als DIN ISO-Normen.
    Siehe auch: Normung.




 
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