Glossar

 
 
 

Wir erklären Begriffe aus unserer tagtäglichen Arbeit.

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  • Kaltband
    Kaltgewalztes Flachzeug mit Breiten bis zu 650 mm und Dicken von 0,1 - 6 mm, das aus vielen Stahlsorten und mit jeder gewünschten Oberflächenveredelung erhältlich ist. K. kann Naturkanten NK, Sonderkanten SK oder geschnittene Kanten GK haben und wird in Ringen oder Streifen (Stäben) geliefert. Durch profilierte Walzen kann man dem K. auch eine besondere Profilierung geben. Die durch das Kaltwalzen entstehende Kaltverfestigung des Gefüges wird durch nachfolgendes Normalglühen in Schutzgasatmosphäre wieder beseitigt. Der Vorteil kaltgewalzter Bänder und Bleche – gegenüber warmgewalzten und mit Kaltstich versehenen Blechen – besteht in der höheren Maßgenauigkeit. DIN 1544, DIN 59381, DIN 1624, DIN 17222, SEW 093, SEW 094.

  • Kaltbreitband
    Ist aus Warmbreitband und durch Kaltumformen im Querschnitt um mind. 25 % reduziertes Flacherzeugnis mit einer Walz- und Lieferbreite < 600 mm und im allgemeinen 0,40 bis 3,0 mm Dicke, und wird nach Durchlaufen der Fertigwalze bzw. nach der Beize oder dem kontinuierlichen Glühen zu einer Rolle (Coil) aufgewickelt. Im Kaltbreitband sind Dicken weit über 3 bis zu 8 mm auch machbar und üblich. Bandbreiten bis 2.000 mm. Prinzipiell sind alle kaltformbaren Stähle zu Kaltbreitband zu verarbeiten. Technische Lieferbedingungen in DIN EN 10130 (bisher DIN 1623-1) für weiche Stähle zum Kaltumformen, DIN 1623-2 für allgemeine Baustähle und DIN 1623-3 für Stähle zum Emaillieren. Maßnormen: DIN EN 10131 (bisher DIN 1541), für chemisch beständige Stähle DIN 59382.

  • Kaltnachwalzen
    K. ist die leichte Kaltumformung von Band oder Blech nach einer vorausgegangenen Wärmebehandlung oder Wärmeumformung. Hierbei beträgt die Dickenabnahme 0,5 – 3%. Dieser Kaltstich kann verschiedenen Aufgaben erfüllen:
    1. Glätten der Blechoberfläche bzw. gezieltes Aufrauhen und Verdichten;
    2. Verbesserung des Stapelfaktors von Elektroblech;
    3. Verringerung der Neigung zur Bildung von Knitterlinien und Fließfiguren beim Umformen.

  • Kaltstich
    Nachbehandlung warmgewalzter Tiefzieh- oder Sondertiefziehbleche zur Erzielung einer blanken Oberfläche durch leichtes Kaltnachwalzen mit einer Querschnittsverringerung von etwa 0,15%.

  • Kaltumformbarkeit
    Fähigkeit eines Werkstoffs zu plastischer Verformung unterhalb Rekristallisations-temperatur. Ein hoher C-Gehalt, eine vorausgegangene Kaltumformung und feinverteilte Aus-scheidungen im Gefüge setzen die K. herab.

  • Kaltumformung
    K. beschreibt die Veränderung der Form eines warmgewalzten Werkstückes bei Raumtemperatur bzw. unterhalb Rekristallisationstemperatur zu Halbzeug oder Fertigteilen. Nach Art der Anwendung unterteilt man in Blechumformung und Massivumformung. Zur Blech-Kaltumformung gehören Kaltwalzen, Tiefziehen, Drücken, Biegen, Abkanten. Zur Kalt-Massivumformung zählen Kaltfließpressen, Kaltstauchen von Schrauben oder Bolzen, Kalteinsenken, Kaltschmieden, Kaltziehen von Drähten, Recken. Man erhält im Vergleich zur Warmumformung eine bessere Oberfläche und höhere Maßgenauigkeit.

  • Kleben
    Durch Kleben werden gleichartige oder auch unterschiedliche Werkstoffe miteinander verbunden. Die Verbindung wird speziell durch das Aushärten des aufgetragenen Klebers erreicht. Das Aushärten, ein Vernetzen der Kunststoffmoleküle, gibt dem Kleber seine Festigkeit und erzeugt zugleich die Haftkräfte der Metalloberfläche. Kleber lassen sich je nach der Art des Aushärtens in verschiedene Gruppen einteilen: Einkomponentenkleber, die alle Bestandteile, die zum Aushärten erforderlich sind, enthalten. Zweikomponentenkleber, bei dem die Bestandteile (Klebstoff und Härter) getrennt vor dem Auftragen auf die Klebefläche vermischt werden müssen. Lieferform der Metallkleber: flüssig, pastenförmig, als Pulver oder als Klebefilm.

  • Kontaktkorrosion
    Ist die Passivschicht eines Stahls punktuell beschädigt, bewirkt u.U. die Berührung mit einem chemisch edleren Metall unter Einwirkung eines Elektrolyten die Zerstörung des unedleren Metalls durch Korrosion. K. kann auch bei nichtrostenden Stählen auftreten.

  • Kontinuierlich bandbeschichtete Stahlbleche
    Vereinfachter Sammelbegriff
    1. Der DVV beschreibt verschiedene Arten "bandbeschichtetes Flachzeug“, wobei entweder kaltgewalztes oder elektrolytisch verzinktes oder feuerverzinktes Band als Trägermaterial in einem kontinuierlichen Verfahren gereinigt, chemisch vorbehandelt und durch Walzauftrag von flüssigen, organischen Beschichtungsstoffen mit anschließender Trocknung oder durch Laminieren von Kunststofffolien beschichtet wird. Standard-Dicken von 0,40 bis 2 mm können mit Schichtdicken von 3 bis 300 μm in vielen Farben und mehreren Strukturen versehen und als Breitband, Tafeln, Spaltband und Band in Stäben geliefert werden. Das Material kann beliebig verformt und ist vielseitig einsetzbar.
    2. Die vorübergehende Anwendung von Kunststoff- als Schutzfolie kommt vor allem bei empfindlichen Oberflächen bei nichtrostenden Stählen (Bänder und Bleche) zum Einsatz. Die Folie wird je nach Anforderung (z.B. zum Abkanten, Tiefziehen, Stanzen, Laserschneiden) in durchsichtiger, undurchsichtiger, farbiger, schwarzer oder weißer Ausführung in Dicken von 50 bis 100 μm mit unterschiedlicher Klebkraft aufgeklebt. Sie wird nach der Verarbeitung rückstandslos abgezogen. Für die Lagerung ist wichtig, dass nicht alle Folien für Außenanwendung (UV-Strahlen) geeignet sind, und dass nach längerer Lagerzeit die Entfernung schwierig werden kann. Hierzu sind die Informationen/Datenblätter der Folienhersteller zu beachten.


  • Kontinuierlich feuerverzinktes Blech und Band
    Das Trägermaterial ist Breitband aus weichen Stählen zum Kaltum-formen ist Trägermaterial. DIN 10142: vier Sorten Fe P02 G bis Fe P06 G (früher St 02 bis St 06); ferner Baustähle in DIN 10147: sechs Sorten Fe E 220 G bis Fe E 550 G (bisher StE 250 bis StE 350). Noch nicht genormt: Höherfeste, zum Kaltumformen geeignete Stähle, können ebenfalls verzinkt werden. Es sind zwei Überzüge in mehreren Schichtdicken (Auflage angegeben in g/m²) möglich: Zinkschicht von mind. 99% Zn (Kurzzeichen Z) bzw. Zink-Eisen-Legierung (Kurzz. ZF), letztere auch Galvanneal genannt. Je Seite können unterschiedlich dicke Auflagen vereinbart werden. Drei Ausführungsarten: N = übliche Zinkblume, M = kleine Zinkblume, R = Galvannealed, d.h. einheitlich mattgraues Aussehen. Drei Oberflächenarten: A = kleine Pickel, unterschiedliche Zinkblumengrößen, Passivierungsflecke u.ä. Unvollkommenheiten sind zulässig. B = durch Kaltnachwalzen verbesserte Oberfläche, bei der Unvollkommenheiten in geringem Umfang zulässig sind. C = beste Oberfläche, die ebenfalls durch Kaltnachwalzen erreicht wird; die bessere Seite darf das einheitliche Aussehen einer Qualitätslackierung nicht beeinträchtigen. Oberflächenschutz: C = chemisch passiviert (schützt Oberfläche vor Feuchtigkeitseinwirkung und vermindert Gefahr von Weißrost); O = geölt, CO = passiviert und geölt (erhöhter Schutz gegen Weißrost), U = unbehandelt, nur auf ausdrücklichen Wunsch und Verantwortung des Bestellers.

  • Kontinuierlich feuerverzinktes Blech und Band - Verarbeitung
    Generell gelten für die Verarbeitung die Bedingungen von kaltgewalztem Blech und Band. Besonderheiten: Eine relativ spröde Legierungsschicht (Hartzink) erschwert die Umformbarkeit, die durch Zugabe Al in das Zinkbad verbessert wird. Hohe Si-Gehalte im Stahl fördern die Bildung von Hartzink. Zinkauflage erfordert ferner Anpassung der Umformwerkzeuge, Ziehspalten, Einziehradien, Ziehhilfsmittel und Maschineneinstellung. Bei den Verbindungsverfahren ist das Aufrechterhalten der korrosionsschützenden Eigenschaften des Materials zu berücksichtigen. Auf die Problematik der Verbindung unterschiedlicher Werkstoffe miteinander ist wegen Gefahr der Kontakt-korrosion hinzuweisen. Offene Schnittkanten und Beschädigungen des Zinküberzugs erhalten durch das physikalisch unedlere Zink kathodischen Fernschutz bis zu einer Blechdicke von 1,5 mm. Die Feuerverzinkung macht den Einsatz ohne weitere Lackierung oder Beschichtung mögich und kann bei sachgerechter Bearbeitung über Jahrzehnte schützen. Schweißen ist möglich (je geringer die Zinkauflage, desto günstiger), Galvannealed-Feinblech ist besonders gut geeignet. Optimale Voraussetzungen für Bandbeschichten.
    Verwendung: Haushaltsgeräte wie Wasch- und Spülmaschinen, Kühlschränke und –truhen, Herde; im Bauwesen: Stahl-Trapezbleche, Sonderprofile, Sandwichelemente, Lüftungs- und Klimakanäle, Stahltüren und –tore, Regenrinnen und –rohre u.v.a.; im Automobilbau: Karosserieteile oder komplette Karosserien, Aufbauten usw.
    Abmessungen: Dicke 0,40 bis 3,0 mm (als Dicke gilt die Enddicke nach dem Verzinken)
    Band (Rollen) 600 bis 2.000 mm Breite
    Blech (Tafeln) 600 bis 1.880 mm Breite, bis 6.000 mm Länge; Spaltband 20 bis < 600 mm Breite Profilierte Erzeugnisse: Stahl-Trapez-, Well-, Dachbleche, Sonderprofile.

  • Korrosion
    Hiermit ist die Zerstörung eines Metalls durch chemische oder elektrochemische Reaktion mit der Umgebung gemeint. Ursache seiner Korrosionsanfälligkeit liegt in der Tatsache, dass Metalle durch Korrosion einen energetisch günstigeren Zustand erlangen. Chemische K. liegt beim Verzundern vor, elektrochemische K. ist immer an die Anwesenheit einer elektrisch leitenden Flüssigkeit - Elektrolyt – gebunden. Je nach Art des Korrosionsangriffes wird unterschieden: Abtragende K., bei der die gesamte Oberfläche gleichmäßig betroffen und abgetragen wird. Sie ist verhältnismäßig genau vorhersehbar. Durch mechanische Beanspruchung hervorgerufene Arten der K. können auch bei den chemisch beständigen Stählen auftreten. Hierzu zählen Lochfraß, Interkristalline K., Kontakt-K., Spalt-K., Spannungsriß-K., Schwingungsriß-K.

  • Korrosionsschutz
    Beschreibt verschiedene Methoden, Stahl gegen Korrosion zu schützen. Grundsätzliche Unterteilung in aktiven und passiven Korrosionsschutz. Zum aktiven Schutz gehören Inhibitoren, anodische (geeignet für hochlegierte passivierbare Stähle) und kathodische K. (Rohre). Von passivem Korrosionsschutz spricht man, wenn Werkstoff bzw. Bauteil durch eine Beschichtung (Oberflächenveredelung) vom Korrosionsmedium getrennt wird. Auch Zulegieren geeigneter Elemente (Cr, Ni, Mo) ist eine Art von Korrosionsschutz.

 
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