Stahlo Klassifizierungslabel G

G steht für die aktuelle Klasse

Standard Klasse

Die aktuelle Standardlösung in der Industrie für die Massenproduktion von Primärstahl basiert auf der Hochofenroute.  Aufgrund vieler Detailunterschiede in den Prozessen variieren die Emissionen pro Hochofen. Für neue und moderne Hochöfen gilt die Klasse G mit 1.800 bis 2.200 kg CO2e pro Tonne Rohstahl. Die Prozessoptimierung hinsichtlich der CO2-Emissionen erfolgt durch die Zugabe von Schrott und Wasserstoff in den Hochofenprozess. Hierdurch können diese Verbesserungen erreicht werden. Einige Hersteller projizieren diese Einsparungen in einem speziellen Bilanzierungsverfahren auf eine kleinere Produktmenge, so dass erste optimierte Produkte angeboten werden können. Ältere oder technisch ungünstige Hochöfen können Emissionen von bis zu 3.000 kg CO2e pro Tonne Rohstahl verursachen.

stahlo hochofen route g

Eisenerz wird mit Hilfe von Kokskohle im Hochofenprozess zu Roheisen reduziert. Der Schmelzprozess findet bei rund 2.000°C statt. Im anschließenden Stahlwerk wird im Konverter durch Einblasen von Sauerstoff Rohstahl erzeugt. Dabei wird auch Schrott zur Kühlung zugeführt. Anschließend werden Brammen gegossen und im Warmwalzwerk ausgewalzt. Darüber hinaus können die Flachstähle durch ein Kaltwalzverfahren und technische Oberflächenbehandlungen weiter veredelt werden.

Beim Hochofenprozess werden große Mengen an CO2 emittiert, was der gravierende Klimanachteil dieses Verfahrens ist. Zusätzliche Hochofengase aus dem Prozess werden anschließend in Strom umgewandelt, so dass viele integrierte Stahlwerke keinen oder nur wenig externen Strom zukaufen müssen. Dieser Umstand treibt die Energienachfrage bei der Umwandlung der Stahlindustrie zusätzlich an. Strom muss in großem Umfang eingekauft und über eine Infrastruktur zum Stahlwerk geleitet werden, wenn eine Eigenversorgung nicht mehr möglich ist.

 

Das Label:

Das Label macht die verschiedenen Lösungen der Stahlhersteller transparent. Der Schwerpunkt liegt auf dem Teilprozess mit den höchsten Emissionen, nämlich der Rohstahlproduktion. Dazu hat Stahlo ein Kombi-Label entwickelt, das einerseits die verschiedenen Elemente der Produktion durch einfache Symbole darstellt und andererseits die daraus resultierenden CO2-Emissionen in 7 Klassen einteilt. Unterschieden wird zwischen der Klasse G, für den klassischen Hochofenprozess mit 1.800-2.200 kg CO2e pro Tonne Rohstahl, bis zur besten Klasse A mit weniger als 150 kg CO2e pro Tonne Rohstahl. Die Datengrundlage für die Klassifizierung sind die Angaben des Herstellers oder der Fachliteratur. Das Stahlo-Klassifizierungsetikett zeigt die wesentlichen Unterschiede auf einfache, aber geniale Art und Weise. Wenn das Stahlwerk die CO2-Belastung sogar über den Rohstahlzustand hinaus quantifiziert, fügen wir der Klasse ein zusätzliches "+" (plus) hinzu und unterstreichen, dass die Betrachtung auf das  Warmband Coil ausgedehnt wird.